Story

Schwein gehabt – die erste Sau liegt

Tom / 24. Januar 2018

Gut 2 Jahre lädt mich mein Freund Klaus mittlerweile zu sich ein. Er hat ein kleines Waldrevier und in der Regel wimmelt es dort von Schweinen. Nur anscheinend suchen sie regelmäßig das Weite, wenn ich bei ihm zu besuch bin.

Ist es doch ein sehr großer Reiz diese urigen Kreaturen zu bejagen. Und so lasse ich mich auch nicht entmutigen, wenn ich wieder mit leeren Händen nach Hause fahre.

Es ist schon spät im März. Es hat nochmal gut geschneit, als ich die Nachricht von meinem Jagdkammeraden erhalte, dass die Kirrung täglich leer ist und ich unbedingt kommen muss. Wir verabreden uns fürs nächste Wochenende und ich bin voller Vorfreude.

Gut zweieinhalb Stunden dauert die Anreise. Warmherzig, wie immer werde ich bei ihm begrüßt und nach einer Tasse Kaffee wird der Plan für den Abend geschmiedet. Seine Prognose ist jedoch nicht ganz optimistisch. Nach dieser kalten, verschneiten Woche haben die Temperaturen wieder gedreht und es kann zu starkem Nebel kommen. Na sauber sag ich mir… Schon wieder mal „beste Voraussetungen“… Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Da die Zeitspanne von ca. 20.00 Uhr bis um Mitternacht reicht, machen wir uns gegen 7 auf die Socken.

Ich beziehe die Kanzel und muss feststellen, dass Klaus recht hat. Die Sicht ist wirklich schlecht. Die Kirrung ist ca. 30 Meter entfernt und kaum zu erkennen. Aber abwarten! denk ich mir und bleibe sitzen.

Es herrscht totenstille. Das Wetter ist alles andere als angenehm. Kurzzeitig beginnt es zu regnen. Der Nebel verzieht sich um kurz darauf aufs Neue mir die Laune zu verderben.

Natürlich scheint an so einem Abend auch die Zeit still zu stehen und so quält man sich von Minute zu Minute.

Mittlerweile ist es dreiviertel elf und ich zweifle stark daran, dass sich nochmal etwas tut. Regen setzt wieder ein. Gut 10 Minuten prasselt das Wasser auf das Dach der Kanzel. Als die letzten Tropfen fallen, beginnt erneut der Nebel sich auszubreiten. Es ist wirklich schrecklich. Doch plötzlich vernehme ich ein Grunzen. Ich hebe mein Fernglas und erblicke drei schwarze Flecken die sich über den Hang links ihren Weg zur Kirrung bahnen.

Ich tue mich wirklich schwer, kann aber doch ausmachen, dass es sich um mittelgroße Stücke handelt.

Nebeneinandere reihen sie sich spitz zu mir an der Kirrung auf. Immer wieder wechsle ich zwischen Fernglas und Zielfernrohr. Die Sicht reicht jetzt aus, dass ich alle drei deutlich nebeneinander seh. Plötzlich macht die Sau ganz rechts einen Satz, wechselt hinter den beiden anderen Schweinen vorbei und bleibt breit stehen.

Meine Chance! Der Leuchtpunkt zeigt genau hinters Blatt und schon kracht die 30.06. Direkt nach dem Schuss herrscht Totenstille. Der Platz vor mir ist wieder leer. Mein Puls rast und meinen Herzschlag spür ich bis zum Kopf. Hab ich daneben geschossen? Einige Sekunden später vernehme ich ein Röcheln. Nach ein paar Zügen ist es dann wieder still. Die Aufregung ist riesengroß!

Gespannt verharre ich noch ein paar Minuten, doch dann ist die Neugierde zu groß! Sachen gepackt und auf geht es zum Anschuss.

Die ersten Tropfen Schweiß sind gleich gefunden. Die Fährte geht Richtung Hang auf eine kleine Baumgruppe zu. Nach ein paar Schritten nimmt Menge Schweiß deutlich zu.

Die ersten Fichtenzweige hängen sehr tief und bevor ich noch eine böse Überraschung erlebe, warte ich auf meinen Jagdkameraden.

Zusammen nehmen wir uns der Sache nun nochmal an und siehe da: Die Überläuferbache liegt direkt unter den ersten Ästen. Ich bin überglücklich!

Dieser Abend wurde noch gebührend gefeiert!

Mein herzlichster Dank gilt nochmal Klaus! Für sein unermüdlicher Einsatz und seine Gastfreundschaft! Ich bin immer wieder gern bei dir. Auch wenn es nur auf eine halbe Bier und zum plaudern ist!

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