Story

Ganz besondere Waffen – eine Keilergeschichte

Tom / 24. Januar 2018

Klaus hatte Ende Januar noch einen starken Bassen geschossen. Ziemlich abgerauscht brachte er es aber immer noch auf gut über 100kg.

Als er die Waffen des Keilers präparieren wollte, hatte er jedoch ein Problem. Beim herauslösen zerbrachen sie in mehrere Fragmente. Sowie er mir das mitteilte, bat ich ihn alles was er noch fand und brauchbar war zusammen zu packen und mir zu schicken.

Zwei Tage später bekam ich Post:

 Ein Haderer war in 2 Teile gebrochen (links) – beim anderen fehlte die Spitze komplett (rechts)

die Hauer waren zum Teil abgebrochen, hatte Risse und waren aufgequollen

Dazu noch ein Bierdeckel zum Größenvergleich!

Nun gut. Nachdem es endlich Feierabend war und endlich Ruhe einkehrte konnte ich mich dem guten Stück annehmen.

Zunächst klebte ich die gebrochenen Teile wieder an.

Die Bruchstelle des Haderers war etwas aufgegangen. Deshalb beschliff ich zuerst die Kanten und reduzierte alle Überschüsse, sodass die Einzelteile wieder gut zusammen passten.

Fehlende Kanten ergänzte ich mit einem zahnfarbenen Composite.

Als nächstes fügte ich die Risse der Hauer, die zum Teil deutlich auseinander gingen unter Druck zusammen.

Eine Spitze war ebenfalls ab und so kürzte ich diese und ergänzte den fehlenden Teil von Hand. An der Wurzel ergänzte ich zusätzlich noch ein paar Zentimeter, da hier auch etwas ausgebrochen war.

Nachdem schon mal die einfachen Stücke halbwegs wieder in Form gebracht waren, ging es nun an die größere Herausforderung. Den fehlenden Schneidebereich des zweiten Hadereres.

Das letzte Drittel fehlte vollständig. So musste ich dieses mit Modellierwachs ergänzen. Anhand des erhaltenen Zahns modellierte ich das Segment detailgetreu nach. Nun erstellte ich mit einem Silikon eine Negativform. Nachdem das Wachs entfernt war, strahlte und konditionierte ich die Bruchstelle. Als nächstes füllte ich die Hohlform mit einem elfenbeinfarbenen PMMA und repositionierte sogleich den Haderer dazu. Im gleichen Zug füllte ich noch die Nervenkanäle der anderen Zähne, um ausreichend Stabilität zu bekommen. Das Ganze kam nun für 20 Minuten in den Drucktopf.

Links mit rosa Wachs ergänzte Spitze

Nun das gute Stück vorsichtig aus der Silikonform gezogen und der erste Eindruck ist nicht schlecht! Ein paar Überschüsse mussten entfernt werden und ein paar Riefen nochmals per Hand mit einer feinen Fräse nachgezogen.

Jetzt kam die farbliche Gestaltung. Viele Waffen sind oft weiß gebleicht, aber ich wollte die Originalfarben erhalten. Zuerst raute ich die ergänzten Bereiche mit groben Strahlsand an. Mit Buntstiften und einer speziellen Wischtechnik gestaltete ich nun die Trophäen. Oft waren die Farben nicht gleich deckend oder weichten ab. Hier musste ich mit einem Versiegelungslack die Schichten zwischenhärten und anschließend nochmals Farbe auftragen und korrigieren.

Im letzten Arbeitsgang wurden alles Teile nochmals mit einem lichthärtenden Lack versiegelt, um ein Abwaschen der Farben zu verhindern.

Die Waffen des Keilers nach dem Bemalen

Zu guter Letzt traten die Waffen ihre Heimreise an. Klaus montierte die Haderer und Hauer noch auf ein schönes Brett und verziert mit einem silbernen Eichenblatt können die Gäste im Gasthaus Grüner Baum die Trophäen des starken Keilers an der Wand bewundern!

Die fertigen Trophäen, montiert auf ein Brett

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